Samstag, 30. Juni 2012

Studie zeigt fehlendes Problembewusstsein bei Eltern übergewichtiger Kinder

"Mein Kind ist doch nicht dick" oder "Das ist doch nur Babyspeck" sind Sätze, die häufig von Eltern mit übergewichtigen oder gar fettleibigen (adipösen) Kindern zu hören sind. Nach einer aktuellen Studie zur Teilnahme von Familien an einem Präventionsprogramm gegen Fettleibigkeit bei Kindern werden Eltern erst dann aktiv, wenn ihr Nachwuchs bereits adipös ist. Kindliches Übergewicht wird meist noch nicht als Problem erkannt. Die Studie ist ein Kooperationsprojekt des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen, des Kinderärztenetzwerks CrescNet und der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig.

Untersucht wurden das Familienumfeld und die Beweggründe der Eltern für oder gegen eine Teilnahme im Präventionsprogramm. Dies ist konzipiert für übergewichtige oder adipöse Kinder zwischen 4 und 17 Jahren. Darin beraten speziell geschulte Präventionsmanager (Psychologen und Ernährungswissenschaftler) die Familien telefonisch zu gesunder Ernährung und Bewegung und gehen auf individuelle Probleme ein.

Der Anteil "nur" übergewichtiger Kinder mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen der 90. und 97. Perzentile war mit 62 Prozent in der Gruppe der nicht teilnehmenden Familien deutlich höher als bei den teilnehmenden (41 Prozent). Die Zahl der bereits adipösen Kinder (BMI über 97. Perzentile) lag bei den Teilnehmerfamilien bei rund 59 und bei den Nicht-Teilnehmern bei 38 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass das Präventionsprogramm zu spät wahrgenommen wird. Die Leiterin der Untersuchungen, Dr. Susann Blüher, erläutert: "Familien, deren Kinder "nur" übergewichtig sind, haben offenbar weniger Problembewusstsein als Eltern von bereits adipösen Kindern. Da das Programm aber als Adipositas-Präventionsprojekt gedacht war, wollten wir eigentlich gerade die Familien erreichen, deren Kinder übergewichtig sind, um einer übermäßigen Gewichtszunahme und somit einer Adipositas vorzubeugen." Auffällig war außerdem, dass Familien mit übergewichtigen Töchtern häufiger und früher am Programm teilnahmen als solche mit Söhnen. So waren die teilnehmenden Mädchen im Mittel 8,8 Jahre und die Jungen bereits 10,4 Jahre alt.

Die hauptsächlich angeführten Gründe, warum Familien nicht an dem Präventionsprogramm teilnehmen wollten, waren die Überzeugung, dass man bereits gesund genug lebe oder das eigene Kind nicht übergewichtig sei. Genannt wurden außerdem Zeitmangel, die Teilnahme an anderen Programmen und die zu hohen Kosten eines gesünderen Lebensstils. Die Vorstellung bereits gesund zu essen, stand häufig im Widerspruch zu den Angaben zur Ernährung. So fiel gerade bei diesen Familien häufiger das Frühstück aus und die Mahlzeiten waren unregelmäßig. Gründe für die Teilnahme waren eine bereits vorliegende Adipositas beim Kind und auch die Einsicht der Eltern, dass sie gegen ihr eigenes Übergewicht angehen müssen.

Die wichtigste Erkenntnis aus der Studie sei deshalb "Präventionsprogramme zu entwickeln, die die Betroffenen auch wirklich erreichen. In den Familien muss erst ein Bewusstsein für die negativen Folgen von Übergewicht geschaffen werden", so die Leiterin der IFB-Nachwuchsforschungsgruppe "Prävention von Adipositas", Dr. Blüher. Solche Programme sind wichtiger denn je, da rund 80 Prozent der übergewichtigen Kinder auch als Erwachsene dick bleiben. Immer häufiger treten außerdem schon bei Kindern und Jugendlichen Erkrankungen wie Diabetes, orthopädische und Herz-Kreislaufbeschwerden auf, die mit starkem Übergewicht zusammen hängen.

Die Beratung im Adipositas-Präventionsprogramm erfolgt telefonisch, sodass Familien unabhängig vom Wohnort dieses niedrigschwellige Angebot nutzen können (weitere Informationen unter: www.taff.crescnet.org).

CrescNet wurde 1998 von Professor Dr. Eberhard Keller an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig gegründet und mittlerweile arbeiten 312 niedergelassene Kinderärzte sowie 23 Behandlungszentren in der CrescNet gGmbH zusammen. Die Daten von über 500.000 Kindern werden pseudonymisiert gesammelt und ständig auf Auffälligkeiten untersucht. Somit fördert CrescNet die Früherkennung von Störungen der Wachstums- und Gewichtsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen. Für die vorliegende Studie ermittelte CrescNet Familien mit übergewichtigen Kindern mit Hilfe der anonymisierten Untersuchungsdaten; die betreuenden Kinderärzte kontaktierten die Familien. Kontakt: Ruth Gausche, Tel. 0341 - 97 26 148 (www.crescnet.org)

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung adipöser Patienten integriert werden können. Zur Patientenbehandlung stehen eine IFB AdipositasAmbulanz für Erwachsene und eine für Kinder und Jugendliche zur Verfügung.

Pressemitteilung von Doris Gabel, Universität Leipzig, erschienen am 02.05.2012

Mittwoch, 27. Juni 2012

Fettqualität beeinflusst Blutzuckerspiegel

Der Konsum von tierischen Fetten kann die Gehirnfunktion und den Schlaf verändern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen. Danach führt eine gesteigerte Aufnahme von Milchfett zu erhöhten Blutzuckerwerten, einer verminderten Gehirnaktivität und weniger Bewegung. Dies ist bei einer vergleichbaren Aufnahme von Rapsöl, das reich an ungesättigten Fettsäuren ist, nicht der Fall. Die Forscher weisen darauf hin, dass Fette, die einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthalten, das Diabetesrisiko erhöhen und die Hirnleistung reduzieren.

Die gute Verfügbarkeit von Lebensmitteln mit einer hohen Energiedichte wird heute - zusammen mit körperlicher Inaktivität - als eine der Hauptursachen für Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 angesehen. Diese Erkrankungen stellen für das Gesundheitssystem eine große Herausforderung dar. Neben der Gesamtfettaufnahme wird der Fettqualität eine entscheidende Rolle beigemessen. In der Arbeitsgruppe von Privatdozentin Dr. Anita Hennige von der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Ulrich Häring) wurde in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V. untersucht, wie sich eine kaloriengleiche Aufnahme von Rapsöl oder Milchfett auf den Blutzuckerspiegel, die körperliche Aktivität sowie die Aktivität des Gehirns und das Schlafverhalten auswirkt.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht handelt es sich bei Rapsöl um ein äußerst wertvolles Speiseöl, da es einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren enthält und besonders arm an gesättigten Fettsäuren ist. Milchfett, ein tierisches Fett, besteht zum größten Teil aus gesättigten Fettsäuren, Hauptbestandteil ist hier Palmitinsäure.

Ernährungswissenschaftlerin Dr. Tina Sartorius konnte in Mäusestudien nachweisen, dass zu viel gesättigte Fettsäuren in der Nahrung zu erhöhten Blutzuckerwerten und einer verschlechterten Insulinwirkung in Gehirn führen und stellt fest: "Diese übergewichtigen Mäuse zeigen ein reduziertes Bewegungsverhalten, eine Beeinträchtigung der Gehirnaktivität und ein verändertes Schlafmuster. Dahingegen führen ungesättigte Fettsäuren zu keinen Veränderungen im Blutzuckerprofil obwohl auch diese Mäuse übergewichtig sind. Sie bleiben dennoch körperlich aktiv und haben keinen gestörten Schlaf."

Auch beim Menschen konnte das Forscherteam ähnliche Effekte nachweisen. Obwohl die Probanden nach einer 3-monatigen Aufnahme von Yoghurt, der mit Milchfett oder Rapsöl angereichert war, keine Veränderungen im Körpergewicht oder Blutzucker zeigten, war die Gehirnaktivität bei denen, die vermehrt gesättigte Fettsäuren gegessen haben, reduziert.

Dies betrifft vor allem Gehirnregionen, die für das Sättigungsgefühl, das Gedächtnis und das Bewegungsverhalten verantwortlich sind. Zusammenfassend, so Hennige, kann man sagen, dass zu viel Fett in der Nahrung immer zu Übergewicht führt. Allerdings, so die Expertin, wirken sich nur gesättigte Fettsäuren, wie sie in tierischen Fetten enthalten sind, negativ auf den Blutzucker, die Gehirnaktivität und die körperliche Bewegung aus, was dann zu einer weiteren Gewichtszunahme führt.

Die Ergebnisse dieser Studie wurden aktuell in der Fachzeitschrift der Amerikanischen Diabetesgesellschaft "Diabetes" publiziert.

Ansprechpartner für nähere Informationen
Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Klinik, Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie, Angiologie, Nephrologie und Klinische Chemie
Priv. Doz. Dr. med. Anita M. Hennige
Tel. 07071/ 29-8 05 97 (Büro), 07071/29-8 27 11 (über Pforte)

Titel der Original-Publikation:
Tina Sartorius, Caroline Ketterer, Stephanie Kullmann, Michelle Balzer, Carola Rotermund, Sonja Binder, Manfred Hallschmid, Jürgen Machann, Fritz Schick, Veronika Somoza, Hubert Preissl, Andreas Fritsche, Hans-Ulrich Häring, and Anita M. Hennige: "Monounsaturated Fatty Acids Prevent the Aversive Effects of Obesity on Locomotion, Brain Activity, and Sleep Behavior." Diabetes 61:1-11, 2012, in press.
DOI: 10.2337/db11-1521

Pressemitteilung der Universitätsklinikum Tübingen, erschienen am 16.04.2012

Freitag, 22. Juni 2012

Nur Mut zum Sport!

Klettern, Schwimmen, Basketball: Bei guter Blutzuckereinstellung ist auch für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes alles möglich, sagt Dr. Karsten Milek, Organisator des „KiDS-Kurses“. Sogar Leistungssport.



Das diesjährige KiDS-Kurs-Motto „Circus Diabolus“ verrät es: Der 14-tägige Behandlungs- und Schulungskurs war alles andere als reine Theorie. Zwar wurden die 79 Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren intensiv geschult und ihr Dia­beteswissen auf den neuesten Stand gebracht. Doch zum bunten Programm in Bremsdorf (Brandenburg) gehörten Kinoabende, ein Volleyballturnier, Basketball, Schwimmen, Klettern und vieles mehr. Denn auch bei diesen Aktivitäten sollen die jungen Diabetiker mit professioneller Hilfe lernen, sich zu messen und je nach Blutzucker richtig zu reagieren.
 
Artikel erschienen im diabetes-journal im Dezember/2011, weiterlesen --> KLICK

Dienstag, 19. Juni 2012

Marktcheck von Foodwatch zu sog. "Kinderlebensmitteln" ist unseriös

Die Ergebnisse des vom Unternehmen Foodwatch verfassten Reports zu sog. "Kinderlebensmitteln" halten einer näheren Überprüfung nicht stand. Der Report ist aus Sicht der Lebensmittelwirtschaft einseitig und die daraus abgeleiteten Forderungen sind überzogen. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. rügt als Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft folgende Punkte:

- Die Auswahl der sog. "Kinderlebensmittel" durch eine eher unmethodische Recherche ist willkürlich und folgte offenbar nur dem Ziel, möglichst viele Produkte in eine "rote" also negative Kategorie einsortieren zu können. So existiert beispielsweise keine Definition von "Kinderlebensmitteln". Zudem werden zahlreiche der genannten Produktkategorien wie etwa Frühstücksflocken zu mehr als 80% von Erwachsenen verzehrt.


- Die von Foodwatch genannte Zahl von 1.514 "Kinderlebensmitteln" täuscht darüber hinweg, dass der Anteil sog. "Kinderlebensmittel" am Gesamtsortiment nur sehr klein ist. Vergleicht man diese Zahl mit dem Angebot von rund 100.000 Artikeln in einem durchschnittlich großen Supermarkt, so machen "Kinderlebensmittel" gerade einmal 1,5 % aus.


- Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Übergewicht bei Kindern zahlreiche Ursachen hat. Eine der wichtigsten sind dabei Bewegungsmangel und der gesamte Lebensstil. So bewegen sich vor allem Kinder und Jugendliche heute deutlich weniger als vor zehn oder 20 Jahren. Es ist deshalb falsch, kindliches Übergewicht allein auf die Ernährung zurück zu führen und hierfür wiederum ausschließlich die Lebensmittelwirtschaft verantwortlich zu machen.


- Foodwatch verkennt, dass es keine "gesunden" oder "ungesunden" Lebensmittel gibt, sondern nur eine unausgewogene oder ausgewogene Ernährung. In einer ausgewogenen Ernährung haben auch sog. "Kinderlebensmittel" ihren Platz. Die von Foodwatch erhobenen Forderungen, ausschließlich "ausgewogene" Lebensmittel herzustellen und zu bewerben, sind deshalb absurd.


Foodwatch leistet keinen Beitrag zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung. Mehr noch, das Unternehmen schürt bewusst eine irrationale Zucker- und Fett-Hysterie und attackiert damit die Wahlfreiheit der Verbraucher und die Lebensmittelvielfalt. Letzten Endes maßt sich Foodwatch damit an, für den Konsumenten zu entscheiden, was sich auf seinem Tisch finden darf und was nicht.


Die unmittelbare Verantwortung der Lebensmittelwirtschaft besteht in der Produktion geschmackvoller, hochwertiger und sicherer Lebensmittel, die auch Spaß machen und zu mehr Lebensfreude beitragen. Darüber hinaus engagiert sich die Lebensmittelwirtschaft im Rahmen ihres gesamtgesellschaftlichen Engagements in vielfältiger Weise. Zahlreiche sportliche und schulische Veranstaltungen würde es ohne diese Unterstützung überhaupt nicht geben. Daher ist es auch widersprüchlich, wenn Foodwatch den Unternehmen einerseits mangelnde Verantwortung vorwirft, Ihnen aber andererseits ihre vielfältigen, sozialen Aktivitäten untersagen will.

Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette - Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete - sowie zahlreiche Einzelmitglieder an.

Für weitere Informationen:

Angelika Mrohs
Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin
Tel.: +49 30 206143-133, Fax: +49 30 206143-233
E-Mail: amrohs@bll.de, Internet: www.bll.de

Pressemitteilung BLL vom 13.03.2012

Samstag, 16. Juni 2012

Präventionsstrategien und Immuntherapien gegen Typ-1-Diabetes

Antikörper gegen Insulin produzierende Betazellen entwickeln sich besonders im frühen Kindesalter

Neun Monate bis zwei Jahre – in diesem Alter treten am häufigsten Antikörper gegen die Insulin produzierenden Betazellen auf. Kinder, die in diesem frühen Alter Antikörper entwickeln, haben wiederum ein sehr hohes Risiko bis zum zehnten Lebensjahr an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Diesen konkreten Zusammenhang zwischen Inzidenz der sogenannten Inselautoimmunität und dem Lebensalter konnten Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München erstmals herstellen.

 
Das Ergebnis zeigt Ansatzpunkte um möglichst frühe Präventionsstrategien und Immuntherapien gegen Typ-1-Diabetes zu entwickeln (Online ahead of print, Diabetologia).
Der Entwicklung von Typ-1-Diabetes, einer der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, geht eine Phase der Inselautoimmunität voraus. Prof. Anette-G. Ziegler vom Institut für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München und ihren Kollegen der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München ist es gelungen, einen konkreten Zeitraum einzugrenzen: Zwischen neun Monaten und zwei Jahren treten am häufigsten Antikörper auf.

"Neu ist auch die Erkenntnis, dass in den ersten sechs Lebensmonaten fast keine Antikörper nachgewiesen werden konnten", erklärt Ziegler. Antikörper bilden sich gegen bestimmte Bestandteile der Insulin produzierenden Betazellen im Pankreas – und greifen diese an.
"Diese Ergebnisse machen deutlich, dass Präventionsstrategien und Immuntherapien insbesondere für das frühe Kindesalter entwickelt werden müssen", sagt Ziegler. Damit, so hoffen die Forscher, ließe sich der drastisch steigenden Zahl an Typ-1-Diabetes-Erkrankungen entgegen wirken.

Original-Publikation: Ziegler, AG et al. (2012), Age-related islet autoantibody incidence in offspring of patients with type 1 diabetes, Diabetologia, Epub ahead of print.
Link zur Fachpublikation http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22289814

Pressemitteilung Helmholtz Zentrum München vom 14.02.2012

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Freitag, 15. Juni 2012

Forschung für Menschen mit Diabetes Typ 1

Novo Nordisk gründet Typ-1-Diabetes-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Seattle

Novo Nordisk wird im Sommer 2012 in Seattle im US-Bundesstaat Washington ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für Typ-1-Diabetes eröffnen, das von dem deutschen Diabetes-Forscher Dr. Matthias von Herrath geleitet werden wird. Am gleichen Standort befindet sich bereits das Novo Nordisk F&E-Institut für inflammatorische Erkrankungen. Die Eröffnung des neuen Zentrums vereint so vor Ort die wachsende Expertise des Unternehmens auf dem Gebiet der Immuntherapie mit der Kompetenz als weltweit führendes forschendes Pharmaunternehmen im Diabetes-Bereich.

Besonderes Merkmal der Einrichtung wird neben einem translationalen Forschungsansatz die Kombination von Grundlagenforschung und frühzeitigen Proof-of-Concept-Studien unter einem Dach sein. Die zunächst 20 Wissenschaftler verfolgen damit unter der Leitung von Dr. Matthias von Herrath das Ziel, Projekte aus dem Frühstadium schneller in kleinere Typ-1-Diabetes-Forschungsstudien zu überführen. Der in Freiburg promovierte, designierte Leiter wurde 2008 mit dem renommierten Outstanding Scientific Achievement Award der ADA (American Diabetes Association) ausgezeichnet. Derzeit leitet er das Forschungsinstitut für Typ-1-Diabetes am La Jolla Institute for Allergy and Immunology in San Diego.

"Es war schon immer mein Traum, einige der Behandlungsmethoden, die in der präklinischen Forschung von meinem oder anderen Teams getestet wurden, in bessere Therapien für Typ-1-Diabetes überführt zu sehen. Als Leiter des Forschungszentrums hoffe ich, diesen Traum weiter verfolgen zu können", so Dr. von Herrath.

Forschung zu Typ-1-Diabetes

In den vergangenen zehn Jahren lag der Forschungsfokus vieler Institute und Unternehmen aufgrund der starken Zunahme von Fällen häufig beim Typ-2-Diabetes. Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine andere Form der Erkrankung, bei der die Insulintherapie lebensnotwendig ist. Hier konnten in den zurückliegenden Jahren wenig bedeutende wissenschaftliche Fortschritte verzeichnet werden.
"Bereits seit Gründung des Unternehmens engagiert sich Novo Nordisk leidenschaftlich für Menschen im Kampf gegen ihre Diabeteserkrankung. Wir hoffen, mit unserem neuen Typ-1-Diabetes-Entwicklungszentrum den Forschungsprozess entscheidend voranzubringen und innovative Wege zur Behandlung von Menschen mit dieser Krankheit zu finden. Unsere Vision ist die erfolgreiche Behandlung und letztendlich die Heilung von Diabetes", so Mads Krogsgaard Thomsen, Executive Vice-President und Chief Science Officer von Novo Nordisk.

Weltweit arbeiten bei Novo Nordisk circa 6.000 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen unterhält Forschungseinrichtungen in Måløv (Dänemark), Peking und Seattle.

Pressemitteilung von Novo Nordisk, erschienen am 13.02.2012